Rechtskunde

Gerichtsverhandlungen

Im Rahmen des Wahlpflichtkurses Rechtskunde Klasse 9 besuchten wir am 09.05.2019 mehrere Gerichtsverhandlungen am Amtsgericht in Wittenberg. Dieses Mal erhielten wir sogar eine kleine Führung durch das Gebäude und durften die modernen und die historischen Arrestzellen besichtigen.

Frau Kunze

Vom Zeugenstand ins Schöffenamt

Um Schöffe zu werden sind wir als Schüler des Wahlpflichtkurses Rechtskunde der neunten Klassen noch zu jung. Damit wir aber doch einen kleinen Einblick in die Aufgaben dieses Ehrenamtes zu erhalten, erhielten wir die Gelegenheit für ein Expertengespräch mit Herrn Rußbült, der als Schöffe tätig ist. Wir haben zahlreiche Fragen gestellt und viel über das Amt in Erfahrung bringen können. Herzlichen Dank dafür an Herrn Rußbült, der sie uns alle beantwortet hat.

Ab dem 25. Lebensjahr kann jede Person, welche die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, sich nicht im Vermögensverfall, also welche nicht verschuldet ist oder sich in Insolvenz befindet, und körperlich und geistig geeignet ist, das Ehrenamt des Schöffen ausüben.

Seit nunmehr vier Amtsperioden mit jeweils fünf Jahren ist der Musik- und Ethiklehrer am Luther-Melanchthon-Gymnasium Herr Rußbült in dieser Funktion tätig. In der aktuellen Amtsperiode übt Herr Rußbült das Schöffenamt im Amtsgericht in Wittenberg aus, vier Jahre lang war er aber auch schon am Landgericht in Dessau eingesetzt.

Für das Schöffenamt begann er sich zu interessieren, als er selbst einmal im Zeugenstand aussagen musste. Mit 25 Jahren meldete er sich freiwillig für das Ehrenamt. Auch wenn er bei seiner ersten Verhandlung noch nervös war, gefällt ihm nach eigener Aussage vor allem die Verantwortung, die mit dem Amt einhergeht und auch der Spaß ist nach all den Jahren nicht verloren gegangen.

Die Schöffen besitzen eine gleichwertige Stimme gegenüber dem Berufsrichter, das heißt die Schöffen könnten den Richter überstimmen, wenn sie nicht seiner Meinung sind. In der gesamten Amtszeit von Herrn Rußbült ist es aber bisher nicht vorgekommen, dass der Richter überstimmt wurde. Den Kontakt zu den Angeklagten und den Opfern meidet Herr Rußbült vor der Verhandlung, damit er dieser so objektiv und unbefangen wie möglich beiwohnen kann.

Die Schöffen repräsentieren die Gewalt des Volkes; jeder Staatsbürger ist zur Annahme des Amtes verpflichtet, nur wenn besondere persönliche Gründe vorliegen, kann das Amt abgelehnt werden.

Sein Amt möchte Herr Rußbült erst dann niederlegen, wenn er „es satt hat“. Dieser  Zeitpunkt tritt spätestens mit dem 70. Lebensjahr ein, denn in diesem Alter muss das Schöffenamt aufgegeben werden.

Auswirkungen auf sein Privatleben hat sein Schöffen-Dasein nicht, auch wenn es für ihn noch immer eine seltsame Situation darstellt, wenn er Täter oder Opfer auf der Straße wiedertrifft. Aufgrund der Tatsache, dass die Verhandlungen unter der Woche stattfinden, kommt es maximal sechs Mal im Jahr zu einem Fehltag in der Schule.

Dadurch, dass die Schöffen bei Taten, für die der erwartete Strafrahmen bei zwei bis vier Jahren Gefängnisstrafe liegt, eingesetzt werden, handelt es sich in 90 % der Fälle, die Herr Rußbült begleitet hat, um Kleinkriminelle und Berufungsverfahren.

Die Schöffen besitzen keine juristische Ausbildung und sollen somit zu einem lebensnahen Urteil beitragen. Mit der Zeit hat Herr Rußbült ein Gefühl dafür entwickelt, ob die Person vor ihm die Wahrheit sagt oder lügt. Auch widersprechen sich in diesen Fällen auch häufig die Zeugenaussagen.

Besonders genervt ist er, wenn die Verhandlung nur zehn Minuten dauert, da einer der am Prozess Beteiligten nicht erscheint. Ebenfalls gibt er den Rat, nicht alles zu glauben, was man in den Medien über die Prozesse lesen kann. Meist kann man die Entscheidung nur dann nachvollziehen, wenn man selbst dabei war.

Vom Zeugenstand ins Schöffenamt

Um Schöffe zu werden sind wir als Schüler des Wahlpflichtkurses Rechtskunde der neunten Klassen noch zu jung. Damit wir aber doch einen kleinen Einblick in die Aufgaben dieses Ehrenamtes zu erhalten, erhielten wir die Gelegenheit für ein Expertengespräch mit Herrn Rußbült, der als Schöffe tätig ist. Wir haben zahlreiche Fragen gestellt und viel über das Amt in Erfahrung bringen können. Herzlichen Dank dafür an Herrn Rußbült, der sie uns alle beantwortet hat.

Ab dem 25. Lebensjahr kann jede Person, welche die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, sich nicht im Vermögensverfall, also welche nicht verschuldet ist oder sich in Insolvenz befindet, und körperlich und geistig geeignet ist, das Ehrenamt des Schöffen ausüben.

Seit nunmehr vier Amtsperioden mit jeweils fünf Jahren ist der Musik- und Ethiklehrer am Luther-Melanchthon-Gymnasium Herr Rußbült in dieser Funktion tätig. In der aktuellen Amtsperiode übt Herr Rußbült das Schöffenamt im Amtsgericht in Wittenberg aus, vier Jahre lang war er aber auch schon am Landgericht in Dessau eingesetzt.

Für das Schöffenamt begann er sich zu interessieren, als er selbst einmal im Zeugenstand aussagen musste. Mit 25 Jahren meldete er sich freiwillig für das Ehrenamt. Auch wenn er bei seiner ersten Verhandlung noch nervös war, gefällt ihm nach eigener Aussage vor allem die Verantwortung, die mit dem Amt einhergeht und auch der Spaß ist nach all den Jahren nicht verloren gegangen.

Die Schöffen besitzen eine gleichwertige Stimme gegenüber dem Berufsrichter, das heißt die Schöffen könnten den Richter überstimmen, wenn sie nicht seiner Meinung sind. In der gesamten Amtszeit von Herrn Rußbült ist es aber bisher nicht vorgekommen, dass der Richter überstimmt wurde. Den Kontakt zu den Angeklagten und den Opfern meidet Herr Rußbült vor der Verhandlung, damit er dieser so objektiv und unbefangen wie möglich beiwohnen kann.

Die Schöffen repräsentieren die Gewalt des Volkes; jeder Staatsbürger ist zur Annahme des Amtes verpflichtet, nur wenn besondere persönliche Gründe vorliegen, kann das Amt abgelehnt werden.

Sein Amt möchte Herr Rußbült erst dann niederlegen, wenn er „es satt hat“. Dieser  Zeitpunkt tritt spätestens mit dem 70. Lebensjahr ein, denn in diesem Alter muss das Schöffenamt aufgegeben werden.

Auswirkungen auf sein Privatleben hat sein Schöffen-Dasein nicht, auch wenn es für ihn noch immer eine seltsame Situation darstellt, wenn er Täter oder Opfer auf der Straße wiedertrifft. Aufgrund der Tatsache, dass die Verhandlungen unter der Woche stattfinden, kommt es maximal sechs Mal im Jahr zu einem Fehltag in der Schule.

Dadurch, dass die Schöffen bei Taten, für die der erwartete Strafrahmen bei zwei bis vier Jahren Gefängnisstrafe liegt, eingesetzt werden, handelt es sich in 90 % der Fälle, die Herr Rußbült begleitet hat, um Kleinkriminelle und Berufungsverfahren.

Die Schöffen besitzen keine juristische Ausbildung und sollen somit zu einem lebensnahen Urteil beitragen. Mit der Zeit hat Herr Rußbült ein Gefühl dafür entwickelt, ob die Person vor ihm die Wahrheit sagt oder lügt. Auch widersprechen sich in diesen Fällen auch häufig die Zeugenaussagen.

Besonders genervt ist er, wenn die Verhandlung nur zehn Minuten dauert, da einer der am Prozess Beteiligten nicht erscheint. Ebenfalls gibt er den Rat, nicht alles zu glauben, was man in den Medien über die Prozesse lesen kann. Meist kann man die Entscheidung nur dann nachvollziehen, wenn man selbst dabei war.

Rechtskunde

"Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann." (Sprichwort)

 

Warum eigentlich?

Hattest du schon einmal mit dem Recht zu tun?

Ach so, du warst noch nie in einem Gerichtssaal.

 

... Aber du warst heut morgen in der Schule, ... weil du deine Freunde treffen wolltest ... und weil es deine Pflicht ist. Wie jedes Kind in Sachsen-Anhalt musst du 12 Jahre lang eine Schule besuchen. Aber dort hast du auch Rechte.

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, melde dich für den Wahlpflichtkurs Rechtskunde in der 9. und 10. Klasse an.

Dort lernst du auch etwas über deine Rechte und Pflichten in der Familie oder in deiner Freizeit. Gut zu wissen, wie man Verträge abschließt und was du dabei beachten musst

Dich interessiert das Strafrecht, wann jemand verurteilt wird und wie das passiert?

Auch darüber erfährst du etwas von den 3 Fachlehrern für Rechtskunde an unserer Schule, Frau Kunze, Herr Krüger und Frau Wegert.

 

In der Kursstufe kannst du das Fach weiterführen oder neu damit beginnen. Dann werden folgende Themen besprochen:

- Strafrecht und Jugendstrafrecht

- Familienrecht

- Erbrecht

- Arbeitsrecht

- wahlweise außerdem Ansätze des Steuerrechts, europäisches Recht,              Verwaltungsrecht oder andere

 

Schön, dass du neugierig geworden bist.

Unsere Unterrichtsstunden leben von deinen Fragen und wenn der Fachlehrer sie nicht alle beantworten kann, so lässt sich viel mit einem Rechtsanwalt, Richter, in Filmdokumentationen oder Fallbeispielen oder auch direkt im Gerichtssaal - als Zuschauer - klären.